Ambulante Hospizarbeit


Zunächst sind da die Ängste und Nöte, die Frau Riedel so oft begegnen, wenn sie zum ersten Mal in Kontakt mit „ihren" Familien tritt. Die Angst vor dem Sterben, vor Schmerzen oder dem Danach bestimmen häufig den Alltag der unheilbar Kranken. Und ebenso sieht sie die Not der Angehörigen, die den richtigen Umgang damit suchen. Seit gut zehn Jahren ist Frau Riedel in der ehrenamtlichen Einsatzleitung tätig. Sie ist Koordinatorin und somit erste Ansprechpartnerin für Betroffene und Angehörige, die die Hilfe ambulanter Hospizarbeit suchen. Sie, als Einsatzleitung, koordiniert u.a. nach dem Erstkontakt mit dem Patienten den Einsatz der ehrenamtlichen HospizhelferInnen.

Begleitungen durch ambulante Hospizdienste finden in der Regel zu Hause statt, immer häufiger auch in stationären Pflegeeinrichtungen oder im Krankenhaus. „Aber es ist egal, wo wir unsere Hilfe anbieten. In unserer Arbeit geht es erst einmal darum, die Ängste und Nöte der Menschen ernst zu nehmen", sagt Frau Riedel. Deshalb müsse man behutsam darüber aufklären, was kommen könne, und wie man damit umgehe.

„Bei meinen Besuchen muss ich herausfinden, welche Bedürfnisse überhaupt da sind", sagt Frau Riedel. „Was wünscht sich der Patient, was wünschen sich die Angehörigen." Und am wichtigsten sei es dabei, den Betroffenen zu sagen, dass sie keine Last für die anderen sind. Dass sie jederzeit und ohne schlechtes Gewissen fragen könnten, was sie bewegt und daß sie wissen: "Ich habe einen Gegenüber, der immer da ist". Diese Gewissheit gibt Sicherheit und ermöglicht Vertrauen.

Pflege oder Hausarbeit werden von ambulanten Hospizdiensten nicht übernommen. Sie entlasten die Familien als Gesprächspartner. Mitunter auch, wenn sie als Außenstehende vermitteln. Wenn das gelingt, haben die Betroffenen wieder mehr Zeit für sich und ihre Nächsten - Zeit, die sie im Idealfall frei von Ängsten und Nöten miteinander verbringen können.

Menschen, die sich für eine Mitarbeit im Hospizdienst entschieden haben, übernehmen diese Aufgabe ehrenamtlich und werden in Schulungen intensiv darauf vorbereitet und auch kontinuierlich supervisorisch begleitet.  „Denn uns geht es darum, Sicherheit zu geben", sagt Frau Riedel. „Die Betroffenen sollen wissen, dass immer, wenn Hilfe gebraucht wird, ein vertrauter und kompetenter Mensch für sie da ist."

Doch die ehrenamtlichen Helfer müssen auch abschätzen können, wie viel sie sich zutrauen, wie viel Zuwendung sie geben können. „Diese Tätigkeit geht unter die Haut", sagt Frau Riedel. „Da muss man lernen und immer wieder reflektieren, wo die eigenen Grenzen sind. Eine gute Selbstpflege, auch durch Supervision ist unerlässlich."

Das Aufgabenspektrum der Einsatzleitung/Koordinatorin hat sich im Lauf der Zeit anhand des Bedarfes weiterentwickelt und erweitert. Häufig sind inzwischen hauptamtliche Koordinatorinnen, Sozialarbeiter oder Hospiz- und Palliative Care Pflegefachkräfte, in der Einsatzleitung. Deren Tätigkeit wird anteilig über die Krankenkassen (§ 39a SGB V) gefördert.

Wenn Sie Hilfe suchen oder Interesse an der Mitarbeit in einem ambulanten Hospizdienst haben, nehmen Sie doch bitte gerne und unverbindlich mit dem Hospizdienst in Ihrer Nähe Kontakt auf. Desweiteren besteht auch ein Beratungsangebot durch unseren Partner, die KASA.

Übersicht unserer Mitglieder für ambulante Hospizdienste