Stationäre Hospizarbeit

Krebs lautete die Diagnose für Frau Schmitz*. Und dann folgten lange Aufenthalte im Krankenhaus, Operationen, Therapien. Irgendwann konnten die Ärzte nichts mehr für die 80-Jährige tun und es war klar, dass sie sich nun mit dem Sterben auseinandersetzen musste. „Sie werden es nicht glauben", sagt Frau Schmitz. „Aber in gewisser Weise, war dieses Wissen auch eine Erleichterung und Orientierung für mich." Endlich hatten die kräftezehrenden Behandlungen und die immer wiederkehrenden Enttäuschungen ein Ende. Allerdings musste nun ein Ort gefunden werden, an dem Frau Schmitz ihre letzten Tage verbringen konnte.

Sie entschied sich dafür, in ein Hospiz zu ziehen, denn eine Versorgung zu Hause war für sie zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellbar, da sie alleine lebte. Vom Krankenhausaufenthalt war sie noch stark geschwächt. Wider Erwarten wurde sie von Tag zu Tag kräftiger. „Die vielen guten Gespräche, die kleinen Aufmerksamkeiten, das liebevoll angerichtete Wunschgericht und die ansprechende Umgebung haben mir unglaublich viel Kraft und Lebensfreude gegeben", erzählt sie. „Das liegt wohl daran, dass man im Hospiz ein Gast ist - und auch so behandelt und respektiert wird."

Im Gegensatz zum Krankenhaus steht hier nicht die Therapie, sondern eine möglichst hohe und vor allem individuelle Lebensqualität im Vordergrund. Diese Haltung ist prägend für die gesamte Atmosphäre. „So ist mein Zimmer mit meinen persönlichen Gegenständen eingerichtet. Ich kann kochen, Besuch empfangen, an die frische Luft gehen oder mich zurückziehen." Und dennoch sei auch hier rund um die Uhr jemand da, wenn Hilfe benötigt werde.

In die Zukunft blickt Frau Schmitz nun gelassener. „Was kommt, das kommt", sagt sie. Aber auch mit dem Tod vor Augen brauche man doch immer noch ein Ziel im Leben - und diese Ziele habe sie hier wieder entdeckt, und sei es nur, noch einmal einen lieben Besuch bei sich zu haben.

"Wenn ein Gast gestorben ist, dann brennt eine Kerze für ihn". Diese stillen Zeichen, Rituale und auch die Möglichkeit des Abschieds, sind wichtig um auch der Trauer den Raum zu geben.

Die besonderen Rahmenbedingungen eines Hospizes oder einer Palliativstation sind neben der besonderen Qualifikation der Mitarbeiter, dem multiprofessionellen Team (Pflege, Seelsorge, Sozialarbeit, Psychologen, Musik- und Gestalttherapeuten und Medizin), der entsprechende Stellenschlüssel und die Integration von ehrenamtlichen Hospizhelfern.

Wenn Sie Hilfe suchen und mehr Informationen zu Aufnahmekriterien und Kosten wünschen, nehmen Sie gerne und unverbindlich Kontakt mit einem Hospiz in ihrer Nähe auf. 

*Name geändert

Übersicht unserer Mitglieder für stationäre Hospizarbeit